Betrugsmaschen - die drei Grundregeln
Betrüger sind überall da, wo es Gelegenheiten
zum Betrug gibt. Neben dem Tatort Haustür treten Betrugsfälle
am Telefon oder im Internet auf.
Betrüger sind erfinderisch. Gerne wandeln sie altbekannte
Tricks leicht ab – mit einem einzigen Ziel: Sie wollen auf
Kosten vor allem älterer Menschen leichtes Geld verdienen.
Ob am Telefon, im Internet oder vor Ort bei Ihnen zu Hause. Dabei
sollten Sie drei Grundregeln beachten.
Erste Regel: Lassen Sie niemand in Ihre Wohnung!
Gerne kommen falsche Bankmitarbeiter zu Ihnen und möchten
Ihr Geld überprüfen, da angeblich Falschgeld aufgetaucht
sei.
Bei einem Fall in der Mainzer Neustadt im Dezember 2025
gab sich ein Betrüger als Bankmitarbeiter aus und
behauptete, es sei derzeit viel Falschgeld im Umlauf.
Deshalb wolle er kontrollieren, ob die 86-Jährige ebenfalls
solches besitze. Auch versuchte er wohl, die EC-Karte der 86-Jährigen
auszutauschen. Dieser Versuch scheiterte jedoch.
Zweiter Fall aus Mainz:
Ein Mann gab vor, den Wasserzähler einer Seniorin ablesen
zu müssen.
Der vermeintliche Handwerker ging mit der Frau durch die Wohnung
und schließlich ins Badezimmer.
Dort verwickelte er die Seniorin in ein längeres Gespräch.
So sollte die Frau immer wieder das Wasser auf- und zudrehen.
Vermutlich begab sich in der Zwischenzeit eine weitere Person
in die Wohnung und durchsuchte die Räumlichkeiten.
Später fehlten ihr Goldmünzen und Goldschmuck in Höhe
von 20.000 Euro.
Die Varianten dieser Betrugsmaschen sind vielfältig.
Mal wird ein Glas Wasser verlangt, um in die Wohnung zu gelangen.
Dann wird in der Regel eine zweite Person heimlich die Wohnung
betreten.
Die Verstecke von Wertsachen sind den Betrügern wohlbekannt:
im Schlafzimmer unter einer Matratze, in Kaffee-, Keks- oder Teedosen,
in Büchern, im Bücherregal, in Blöcken oder Zeitschriften
oder im Gefrierschrank.
Deshalb gilt:
Lagern Sie nur wenig Bargeld in der Wohnung.
Lassen Sie grundsätzlich niemanden in Ihre vier Wände.
Wenn jemand tatsächlich in Ihre Wohnung muss (zum Beispiel
ein Mitarbeiter der Stadtwerke), meldet er sich an und führt
einen Ausweis mit sich.
Zweite Regel: Lassen Sie sich am Telefon nicht überrumpeln!
Bei diesem Trick geben sich die Betrüger am Telefon als Enkel,
Neffen beziehungsweise Nichten oder sogar Kinder der Senioren
aus.
Sie täuschen eine Notlage vor und bitten ihre Opfer um hohe
Geldbeträge.
Daneben sind es auch angebliche Polizisten oder Staatsanwälte,
die vor Diebesbanden in der Nachbarschaft warnen und sicherheitshalber
die Wertgegenstände der Opfer sicherstellen wollen.
Beim so genannten Enkeltrick sollen die Senioren
dazu bewegt werden, zu ihrer Bank zu fahren, um das geforderte
Geld abzuheben. Danach sollen sie es einem Boten übergeben,
der vom vermeintlichen Verwandten (oder einer Kanzlei oder der
Staatsanwaltschaft) geschickt werde.
Dabei verlieren die Opfer unwiederbringlich ihre Ersparnisse.
Es sei denn, dass aufmerksame Bankmitarbeiter, die zunehmend auf
diese Fälle geschult werden, dies noch verhindern können.
Besonders betroffen sind alleinlebende, ältere Menschen,
die mit ihren Kindern nur sporadisch Kontakt haben.
Eine weitere Variante ist die Nutzung von Messenger-Diensten wie
WhatsApp, um den Opfern eine falsche Identität als Tochter,
Sohn oder Enkel vorzuspielen und sie zu Überweisungen zu
bewegen.
Typisch sind Nachrichten wie „Hallo Mama, hallo
Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Handynummer…“.
In diesem Fall rufen Sie umgehend Ihre Tochter oder Ihren Sohn
an, um nachzufragen.
Eine neue Masche besteht darin, dass Telefonbetrüger die
Wirkung ihrer Schockanrufe noch verstärken, indem sie mit
Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Stimmen
von Angehörigen täuschend echt nachahmen, um
ihre Opfer zu täuschen.
Wie die Täter an das Material kommen, um eine Stimme zu generieren,
ist klar: aus dem Internet.
Wer einmal ein eigenes Video irgendwo in den Sozialen Medien veröffentlicht
hat, am besten noch mit einer Stimme unterlegt, der hat im Endeffekt
den Tätern das Material gegeben, um so eine KI-Stimme herzustellen,
warnt Maximilian Heitkämper von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Und man brauche gar nicht viel, betont er, es reiche ein Audio
von 20 bis 30 Sekunden, um die KI zu trainieren.
Dritte Regel: Klicken Sie nicht auf alle Links
Hochaktuell:
Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Verbraucherzentrale
in Mainz warnen vor verschiedenen Betrugsmaschen im Internet.
Kriminelle versuchen demnach, mit gefälschten E-Mails, SMS
und QR-Codes, an persönliche Daten und Geld zu gelangen.
Beim sogenannten Phishing geben sich Betrüger als vertrauenswürdige
Quellen aus, etwa als Bank.
In den E-Mails wird oft eine kurze Frist gesetzt, um zum Beispiel
aus angeblichen Sicherheitsgründen die Identität zu
prüfen.
Dabei sollen die eigenen Bankdaten preisgegeben werden. Auch angebliche
Gewinnversprechen, Rechnungen,gefälschte
SMS von Paketdiensten oder polizeiliche Vorladungen werden gerne
genutzt, um an die Daten der Opfer zu kommen.
Um sich zu schützen, sollte man niemals auf Links zu klicken,
die unerwartet zugeschickt werden.
Man sollte sich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen, sondern
lieber direkt bei dem angeblichen Absender nachfragen.
Beim Online-Banking sollten Sie immer die offizielle Website oder
App des Anbieters direkt aufrufen.